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Wie fange ich Tagfalter

Ein Entomologe in Südost-Asien > Erfahrungen,Tips & Tricks > Entomologie > Sammeln

Der Schmetterlingsfang am Tag

Wenig oder nicht erfolgversprechend ist der Fang an dichtbewölkten Tagen, bei Regen und in der Morgen- und Abenddämmerung. Tagfalter sind nun mal "Kinder der Sonne". Eine gute Startzeit scheint mir ab 9:00 Uhr zu sein.
 
Im Gelände (vor vielen Jahren)

Wenn ich nur 3-4 Stunden einplane, nehme ich nur den Kescher, die Bauchtasche und den Fotoapparat mit. Bei geplanten Tagesexkursionen kommt noch der Rucksack dazu. Besuche ich schon mir bekannte Stellen, weiß ich in etwa, wo ich was finden kann. Ich suche diese Stelle auf und baue den Kescher zusammen. Es empfiehlt sich unbedingt, den Kescher erst im Fanggelände zusammenzubauen, um die Einheimischen nicht grundlos neugierig zu machen. Normalerweise sind sie ja freundlich, hilfsbereit und kümmern sich um ihre Arbeit, können einem aber auch mangels fehlendem entomologischen Verständnis Dorfvorsteher, Beamte, Polizei oder Militär zur Überprüfung schicken. Normalerweise auch nicht schlimm, muß aber nicht sein.
 
Habe ich dann einen (Tag-)Falter im Netz wird dieser bei hochgeklappten Flügeln durch das Netz durch nicht zu starkes Drücken des Brustbereiches (Thorax) betäubt. Achtung: Bei den Danaidae unbedingt etwas stärker zudrücken, denn deren Chitinskelett ist offenbar recht stark ausgebildet. Mir ist deshalb schon so manches Tier wieder entwischt. Dann entnehme ich den Falter dem Netz und begutachte ihn. Ist er beschädigt oder eine für mich uninteressante Art, setze ich ihn beiseite und er wird bald wieder losfliegen. Will ich ihn mitnehmen, drücke ich ihn noch einmal etwas fester und bringe ihn dann mit hochgeschlagenen Flügeln in eine der öfter wiederverwendbaren Pergamintüten aus meiner Bauchtasche. Die gefüllte Tüte kommt dann in den kleinen Plastikbeutel am Taschengurt.
 
In diesem Plastikeutel bleiben die gefüllten Tüten bis ich wieder zu Hause bin, wo der gesamte Inhalt für 24 Stunden in den Tiefkühlschrank kommt. Das verhindert zuverlässig das Wiedererwachen der betäubten Falter. Am kommenden Tag werden die Falter vorsichtig aus den Tüten entnommen, noch einmal begutachtet und dann in die richtigen Pergamintüten verbracht. Vor dem Umtüten wurde die neue Tüte mit Fundort-, Datums- und Fängerangaben versehen. Ist die Art bekannt, wird auch ein kleines, mit dem PC gedrucktes, Etikett mit dem Namen auf die Tüte geklebt. Da ich oft an den gleichen Fundorten sammle, habe ich mir für diese Lokalitäten entsprechende Stempel für ein paar Baht anfertigen lassen. Zur Datumsangabe benutze ich einen handelsüblichen Datumsstempel.
  
Bei einer geplanten Exkursion an eine unbekannte Stelle, informiere ich mich vorher anhand von Karten, Google Earth oder mit einer Internet-Suchmaschine darüber, was ich dort erwarten kann, wo es Wasser gibt, wie die Flora aussieht und wie ich am besten dorthin komme. Daß man in geschützten Gebieten, wie den Nationalparks, nur mit der Kamera auf „Jagd“ gehen kann, ist selbstredend. Hält man sich daran nicht, kann man sehr großen Ärger bekommen, wie Beispiele aus jüngster Vergangenheit gezeigt haben.

Ich habe auch immer ein Auge auf die Pflanzen rechts und links und suche nach Raupen. Sehe ich Fraßspuren oder nicht mit dem umgebenden Blattwerk übereinstimmende Bewegungen oder nicht passende Strukturen, schaue ich mir die Stelle genauer an und werde auch sehr oft fündig. Kann ich die Raupe zu Hause versorgen und weiterziehen, kommt sie zusammen mit etwas Futter in eine der kleinen Plastikdosen. Ist sie sehr groß oder finde ich ein ganzes Raupennest, kommt der zusammengefaltete Tüllbehälter aus der Bauchtasche zum Einsatz. Ist die Raupe nahezu erwachsen und das Futter bei mir nicht erreichbar, nehme ich reichlich Blätter in einem mittelgroßen Plastikbeutel mit, in den ich nach Möglichkeit auch etwas Wasser zur Frischhaltung gebe. Dieses feuchtgehaltene Futter kommt zu Hause in das Gemüsefach des Kühlschranks und steht von dort noch über mehrere Tage als Futter zur Verfügung.

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